Wer braucht heutzutage eigentlich noch E-Mail Newsletter?

Echt, die Dinger nerven doch einfach nur! Außerdem gibt es Facebook, und YouTube, und Instagram, und Pinterest, und was weiß ich noch alles. Newsletter – die gab’s doch schon zu Opas Zeiten, uralter Kaffee!

E-Mail Newsletter sind uralt, nutzlos … oder etwa nicht?

In einem hast Du natürlich recht: Newsletter – oder viel mehr die E-Mail – ist tatsächlich ein uraltes Medium. Die erste E-Mail wurde von einem Typen namens Ray Tomlinson verschickt – und zwar im Jahre 1971!

Wenn man sich überlegt, dass es die erste Website erst 23 Jahre später gab – nämlich 1994, dann hat die E-Mail ein geradezu biblisches Alter erreicht.

Auf dem Friedhof moderner Kommunikations-Medien

Wagen wir einen kleinen Spaziergang über den Friedhof moderner Medien und schauen mal, wer da seine Grabstätte hat.

Das Telegramm. 1844-2006. Das erste elektrische Medium. Es ist immerhin 162 Jahre alt geworden, bis Western Union als letzter Anbieter 2006 den Stecker zog.

Das Telex. Hast Du schon einmal eines bekommen? Ich nicht. Stammt aus den 30er Jahren und überlebte ganz grob bis zum Fall der Mauer. Wurde also gut 60 Jahre alt.

Das Fax. Geboren im Jahre 1845! Hättest Du nicht gedacht, oder? Schließlich wurde der Dienst erst 1979 von der Deutschen Telekom angeboten. Seit den frühen 90er Jahren haben viele Leute zwar noch ein Faxgerät, aber eigentlich braucht man es nur zum Ankauf eines Gebrauchtwagens. Von daher ist die Grabstelle schon reserviert.

Auch die 1989 geborene SMS hat in Zeiten der Instant Messenger ihre besten Zeiten bereits hinter sich: seit 2012 geht die Nutzung rapide bergab.

Alles alte Hüte, die mit der heutigen Lebenswelt kaum noch etwas zu tun haben?

Aber auch viele modernere Medien aus dem Internet-Zeitalter sind vor dem Untergang nicht gefeit:

An Compuserve (1969 – 2009) und Geocities (1994-2009) wirst Du Dich vermutlich nicht mehr erinnern.

Aber vielleicht ist Dir MySpace ein Begriff?

Ist es nicht?

Nun, das macht nichts. Das 2003 gegründete MySpace war mal das größte Ding im Internet, ein Vorläufer von Facebook. Heute existiert die Seite zwar noch, aber sie ist eigentlich in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Genau wie StudiVZ, WerKenntWen und viele andere.

Wir sind mit unserem kurzen Rundgang fertig.

Aber wer kommt uns da grinsend auf dem Smartphone entgegen?

Eine E-Mail!

Eben waren wir  noch auf dem Friedhof moderner Medien auf der Suche nach der künftigen Grabstätte für das Medium E-Mail, und jetzt hüpft dieses Ding da einfach fröhlich in Richtung Ausgang!

Wie kann das bloß sein?

Wieso ist dieses uralte spamverseuchte Kommunikations-Vehikel immer noch quicklebendig?

Es gibt doch so viele moderne Alternativen, die besser, schneller und auch bunter sind.

Aber lass uns doch einmal einen gemeinsamen Blick auf die heutzutage modernen täglich genutzten Internet-Medien werfen.

Wir haben – natürlich – Webseiten. Dein Blog ist eine Webseite. Auch Facebook ist im Endeffekt eine Webseite.

Webseiten sind öffentlich. Sie sind darauf ausgelegt, dass ein mehr oder minder zufälliger Besucher dort eine unterhaltsame oder nützliche Information findet. Jeder kann jederzeit von überall aus darauf zugreifen.

Und dann gibt es soziale Medien wie Facebook, Instagram, Pinterest oder Twitter. In Facebook hast Du Deinen mehr oder minder privaten Space, in dem Du Deine Freunde findest und Nachrichten, die Dich interessieren (könnten). Und natürlich Werbung. Du siehst die Kommentare anderer Nutzer, und die anderen Nutzer sehen alles, was Du kommentierst oder likest.

Das Facebook Konto – Ist es wirklich DEIN Space?

Wenn Du es geschickt anstellst, kannst Du durch Facebook Besucher für Deinen Blog finden. Oder Kunden für Dein Geschäft. Es ist auch möglich, durch regelmäßige Posts eine Beziehung zu Deinen Followern aufzubauen.

Facebook ist nur unter Einschränkungen als öffentlicher Raum zu betrachten. Weil es sich hierbei um ein privates Unternehmen handelt, ähnelt es einer Shopping Mall. Du kannst Dich darin kostenlos aufhalten, aber Du musst Dich an alle Spielregeln halten, die der Betreiber – die Firma Facebook – vorgibt.

Und diese Spielregeln ändern sich mit der Zeit.

So hat Facebook beispielsweise vor einigen Jahren beschlossen, dass deine Beiträge ab einer bestimmten Größe nur noch gegen Bargeld zuverlässig bei all deinen Followern angezeigt werden. Und selbst damit ist nicht unbedingt klar, wie viele Deiner Follower Deinen Post überhaupt zu Gesicht bekommen. Gut, Du sieht wie viele Leute Deinen Post geliked oder sonst darauf reagiert haben. Aber wem der Beitrag angezeigt wurde, ohne dass es dazu eine Reaktion gab – das weißt Du nicht.

Alles über Facebook gesagte gilt ebenso für alle anderen sozialen Netzwerke.

Beispiel Photobucket

Photobucket ist ein Dienst, mit dem man kostenlos Bilder speichern und verlinken kann. Das war besonders praktisch, wenn man Bilder auf einfache Weise in Online Foren anzeigen wollte. Dumm nur, dass Photobucket im Juli 2017 seine Geschäftsbedingungen dahingehend geändert hat, dass Bilder auf anderen Webseiten nur dann angezeigt werden, wenn man einen Plus Plan kauft – für schlappe $39.99 im Monat!

Warum E-Mail das einzige demokratische Medium ist

E-Mail ist grundsätzlich anders als Facebook. Es ist letzten Endes das einzig wirklich demokratische Medium, sondern gehört uns allen. E-Mail ist nicht von einem einzelnen Monopolanbieter abhängig, der damit Geld verdienen muss. Jeder kann sich zuhause seinen eignen Mailserver einrichten. Die Regeln im Umgang werden nicht vorgeschrieben, sondern wurden miteinander ausgehandelt und in Form eines Gesetzes niedergeschrieben, das nicht eben einfach geändert wird, weil jemand Geld verdienen möchte.

Am Rande bemerkt: der Erfolg von Facebook hing einzig und allein am Medium E-Mail.

Wie das?

Ganz einfach: früher wurde man aufgefordert, seine Kontaktliste hochzuladen und all seine Freunde per E-Mail dazu einzuladen, ein Konto bei Facebook zu eröffnen.

Der Rest ist Geschichte…

Verdammte Scheiße, Du brauchst einen E-Mail Newsletter!

Jetzt frage ich Dich: Solltest Du Dein Geschäft tatsächlich dauerhaft von dem Geschäftsgebaren eines großen privaten Internetanbieters abhängig machen, der seine Regeln jederzeit ändern kann?

Ich glaube, eher nicht.

Um also ein stabiles Geschäft aufzubauen, besteht Deine Aufgabe als Unternehmer darin, Deine Follower und Webseiten-Besucher in ein privates Medium zu überführen.

Ein Medium, dass nicht auf das Wohlwollen von Venture-Capital-Investoren angewiesen ist.

Kurzum:

Wenn Du dauerhaft Erfolg haben willst, führt kein Weg an einem eigenen Newsletter vorbei.

 

 

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